Die Akupunktur ist ein Bestandteil der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM).
Die TCM stellt in sich ein ganzheitliches Medizinsystem dar, da sie im Prinzip von einem erweiterten Menschenbild, das Körper, Seele und Geist als untrennbare Bestandteile des Menschen ansieht, ausgeht. Daher beinhaltet die Therapie nicht nur die Akupunktur, sondern bezieht die Ernährung und Kräutertherapie mit ein und reicht von Entspannungsmethoden über körperlichen Übungen bis hin zu Meditationsübungen.
In der TCM ist die Lebensenergie (chin.: Qi) verantwortlich für den Gesundheitszustand, denn Blockaden, Fülle oder Mangel der Energie werden für Krankheiten verantwortlich gemacht. Diese Lebensenergie zirkuliert in Leitbahnen, die man auch Meridiane nennt und auf denen die Akupunkturpunkte wie Perlen auf einer Kette aufgefädelt sind.
Die Akupunktur ist eine Regulationstherapie, das heißt, sie kann Kräfteungleichgewichte im Körper ausgleichen.
In der chinesischen Medizin wird dieser Effekt durch die gegensätzlich wirkenden Kräfte Yin und Yang dargestellt. Eine Störung dieses Gleichgewichtes zwischen Yin und Yang, also ein Fülle oder Mangel in einem der beiden, führt zur Krankheit. Die Akupunktur kann das Gleichgewicht wieder herstellen, den inneren Arzt aktivieren und dadurch die Gesundheit wieder herstellen.
Nach wissenschaftlichen europäischen Maßstäben kann die Akupunktur folgendermaßen erklärt werden:
Die Behandlung der Akupunkturpunkte z. B. durch feine Nadeln führt durch Stimulation der Nervenendigeungen zu direkten Effekten am Rückenmark und in Teilen des Gehirns. Die Weiterleitung von Schmerzimpulsen kann schon im Rückenmark unterdrückt werden. Außerdem werden körpereigene Übermittlerstoffe und Opiate (zb Endorphine, Enkephalin, Dynorphin) freigesetzt. Damit benützt die Akupunktur körpereigene Systeme und unterstützt so die Selbstheilungskräfte jedes Menschen, dadurch kann wirkliche Heilung einer Erkrankung druch den Patienten selbst herbeigeführt werden.
Grundsätzlich gilt: "Akupunktur heilt, was gestört ist, Akupunktur heilt nicht was zerstört ist.
Behandlung:
Die Akupunkturpunkte können auf verschiedene Weisen bearbeitet werden. Man unterscheidet zwischen Behandlungen mit Nadeln (Akupunktur), Stimulation durch Fingerdruck (Akupressur), Wärmebehandlungen (Moxibustion) oder Softlaserstrahl (Laserakupunktur).
Eine weitere Unterscheidung ergibt sich durch das Behandlungsgebiet. Bei der Körperakupunktur werden die Akupunkturpunkte, die verteilt über den Körper auf den 12 Meridianen (Energieleitbahnen) liegen behandelt, wohingegen sich die Akupunkturpunkte bei der Ohrakupunktur auf und hinter der Ohrmuschel befinden.
Jede Erkrankung kann mit verschiedenen Akupunkturmethoden behandelt werden, somit können natürlich auch mehrere Akupunkturmethoden zur Wirkungsverstärkung gleichzeitig angewendet werden.
Die hauptsächlichen Wirkungen der Akupunktur sind:
|
1.
|
Schmerzstillung
|
|
2.
|
psychisch beruhigende und ausgleichende Wirkung
|
|
3.
|
immunstimulierende Wirkung
|
|
4.
|
homöostatische Wirkung (z. B. auf Blutdruck, Blutzucker)
|
|
5.
|
muskelentspannende Wirkung (z. B. Sportverletzungen, aber auch Astma bronchiale, usw.)
|
|
6.
|
Suchtbehandlung (Nikotin, Alkohol, Eßsucht, usw.)
|
Nebenwirkungen:
Die Akupunktur ist praktisch nebenwirkungsfrei. Mögliche Gefahren der Akupunktur sind bei genauer Bachtung der Regel ausgeschlossen, Vorsicht jedoch bei Schwangeren.
Gelegentlich kann ein gestochener Punkt auch nach Entfernen der Nadel noch spürbar sein, sogar für einige Stunden oder Tage.
Ebenso besteht die Möglichkeit, daß die Nadeln, die allerdings extrem dünn sind und so meist an den Blutgefäßen und Nerven vorbeigleiten, diese berühren und so einen Bluterguss verursachen.
Nach meiner Erfahrung ist die Akupunktur nicht ganz schmerzfrei, denn es ist eine Therapie, die unter die Haut geht und daher auch spürbar sein sollte, denn wenn die Punkte gut wahrgenommen werden, können sie auch nach dem Entfernen der Nadel noch selbst durch die Erinnerung an die gestochene Stelle aktiviert werden.
Bei Kindern kann man jedoch auch die schmerzfreie Laserakupunktur ausweichen.